Diagnostik: Entwicklungsstörungen

Diagnostik: Entwicklungsstörung

Zu jeder Psychotherapie gehört eine sorgfältige und umfassende Diagnostik. Dabei nehmen wir uns Zeit, die individuelle Situation Ihres Kindes genau zu verstehen und gehen dabei nach aktuellen fachlichen Leitlinien vor.

Häufig spielen in diesem Zusammenhang auch schulische Themen eine wichtige Rolle – zum Beispiel, wenn es um das Lernen, Aufmerksamkeit und Konzentration (z.B. ADS, ADHS) oder die schulischen Leistungen geht. Manchmal stehen dahinter umschriebene Teilleistungsstörungen wie eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS, Dyslexie/Legasthenie) oder eine Rechenstörung (Dyskalkulie).

Allgemeine Entwicklung (ab 6. Lebensmonat)

Die Entwicklung von Kindern verläuft sehr individuell und nicht immer geradlinig. Unterschiede in Tempo und Ausprägung sind dabei zunächst etwas ganz Normales. 

Sowohl bei Entwicklungsverzögerungen als auch bei einer besonders weit fortgeschrittenen (z. B. Insel- oder Hochbegabung) Entwicklung einzelner Fähigkeiten kann es vorkommen, dass Kinder im Alltag – etwa im Kindergarten oder in der Schule – auf unterschiedliche Herausforderungen stoßen. Für Eltern ist dann oft schwer einzuordnen, wie diese Auffälligkeiten zu verstehen sind und welche Unterstützung sinnvoll sein kann.

In unserer Praxis steht besonders die kognitive Entwicklung im Mittelpunkt – also die Entwicklung von Fähigkeiten wie Denken, Gedächtnis, Sprache und Problemlösen.

Eine sorgfältige Diagnostik kann hier helfen, ein besseres Verständnis für die individuellen Stärken und möglichen Unterstützungsbedarfe Ihres Kindes zu gewinnen. Sie schafft Orientierung und bildet eine wichtige Grundlage dafür, passende Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Wir bieten im Bereich der allgemeinen Entwicklung eine Diagnostik ab dem 6. Lebensmonat an.

Aufmerksamkeit & Konzentration (ab dem 3. Lebensjahr)

Auch Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit und Konzentration können im Kindes- und Jugendalter auftreten. Manche Kinder haben es zum Beispiel schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, bei einer Aufgabe zu bleiben oder sich von äußeren Reizen nicht ablenken zu lassen.

Solche Auffälligkeiten können sich im Alltag in unterschiedlichen Bereichen zeigen – etwa bei den Hausaufgaben, im Unterricht oder bei alltäglichen Anforderungen im Kindergarten und in der Schule. Für Eltern ist dabei oft nicht sofort ersichtlich, ob es sich um eine vorübergehende Phase, entwicklungsbedingte Schwankungen oder eine weitergehende Aufmerksamkeitsproblematik handelt.

Eine sorgfältige Diagnostik kann helfen, diese Unterschiede besser einzuordnen. Sie ermöglicht ein genaueres Verständnis der individuellen Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes und bildet die Grundlage für gezielte Unterstützungsmaßnahmen im Alltag und in der Schule.

Teilleistungsstörungen

Neben den generellen Leistungs- und Konzentrationsstörungen, können in der Entwicklung auch Teilleistungsstörungen, die auf bestimmte Bereiche (z.B. Lesen oder Rechnen) begrenzt sind, auftreten. 

Als Lese-Rechtschreib­störung (Dyslexie, Legasthenie, LRS) wird eine Störung bezeichnet, die durch ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder des Rechtschreibens gekennzeichnet ist.

Eine Rechenstörung (Dyskalkulie) ist „eine Beeinträchtigung der Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist“ (nach WHO). Sie ist gekennzeichnet durch die mangelnde Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten und einem mangelnden Zahlenverständnis.

Bei Verdacht auf eine Lese-Rechtschreib-Störung bieten wir eine ausführliche Diagnostik von der 1. Klasse bis zum Ende des ersten Halbjahres der 5. Klasse an. Bei Verdacht auf eine Dyskalkulie ist die Diagnostik vom zweiten Halbjahr der 1. Klasse bis zum Ende des ersten Halbjahres der 10. Klasse bei uns möglich.

Ablauf

Die Diagnostik erfolgt schrittweise: Zunächst betrachten wir die allgemeinen Lernvoraussetzungen Ihres Kindes, zum Beispiel im Rahmen einer Intelligenzdiagnostik.

Darauf aufbauend schauen wir gezielt auf die Bereiche, in denen Schwierigkeiten bestehen, und prüfen – je nach Fragestellung – spezifisch, ob eine umschriebene Lern- und Leistungsstörung (z. B. im Lesen, Schreiben oder Rechnen) vorliegt. Dafür nutzen wir spezifische Testverfahren.

Die Testtermine finden in der Regel am Vormittag statt. So stellen wir sicher, dass die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes möglichst gut mit der typischen Situation im Schulalltag vergleichbar ist.

Abschließend erfolgt ein gemeinsames Auswertungsgespräch, in dem die Ergebnisse der Testung und weitere Empfehlungen besprochen werden.

Auf Wunsch kann zusätzlich zum Auswertungsgespräch ein Befund über die Diagnostikergebnisse und Empfehlungen erstellt werden, der auch Grundlage für weitere Schritte sein kann. Dazu zählen beispielsweise:

Kontakt und Weitere Informationen

Wie die Diagnostik im konkreten Fall ablaufen kann und detaillierte Informationen erhalten Sie hier: